Die teuerste römische Münze der Welt

Am Mai 2008 veröffentlichte das numismatische Auktionshaus von Ira und Larry Goldberg eine der weltweit spektakulärsten Privatsammlungen an antiken und modernen Münzen, bekannt als „The Millenia Collection“. Das Haus erzielte über 23.000.000 Dollar und stellte damit einen Rekord für numismatische Auktionen auf. Diese Zahl erklärt sich durch die Vielfalt, Qualität und Seltenheit der mehr als 5.000 angebotenen Lose. Darunter mehr als 150 griechische und römische Münzen von großem Wert, meist aus Gold, alle in außergewöhnlichem Zustand. Aber ein Stück erregte die ganze Aufmerksamkeit, eine goldene Münze des Kaisers Alexander Severus, die auf der Rückseite das Kolosseum aus dem Jahr 223 n. Chr. darstellt. Sie erreichte die Summe von 800.000 U$S (ohne die 150.000 U$S, die der Käufer in Kommission an die Auktionatoren zahlen musste) und wurde damit zur wertvollsten römischen Münze der Geschichte.

Warum erreichte sie einen so hohen Wert?

Die Währung ist aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Erstens wegen ihrer extremen Seltenheit. Es sind nur zwei Beispiele bekannt. Das andere befindet sich im Besitz eines Schweizer Sammlers. Zweitens wegen seines Erhaltungszustandes. Eine auf die Bewertung des Zustands von Münzen spezialisierte Firma (Numismatische Garantiegesellschaft – NGC) hat sie als fast unzirkuliert (AU) eingestuft (zur Bewertung des Erhaltungsgrades einer Münze siehe meine vorherige Stelle). Drittens, weil sie das Kolosseum zeigt, ein sehr interessantes Motiv für Sammler. Das Gebäude ist sehr detailliert dargestellt: Es hat vier Stockwerke, die ersten drei mit Arkaden, die jeweils eine Statue enthalten. Das vierte hat nur Fenster, und von ihm gehen die Masten oder Stützen auf, die zum Ausfahren der Markisen dienten, die die Zuschauer vor der starken Sonne der Stadt, vor allem im Sommer, schützten. Links können wir auch einen Altar mit einer Statue erkennen, und rechts eine Säule, die wahrscheinlich einen Gebäudeteil, vielleicht den Tempel des Jupiter-Victor, darstellt. Abgesehen von diesen Faktoren, die seinen Wert erklären, übertraf das Ergebnis alle Erwartungen, da das Auktionshaus für ihn eine Schätzung zwischen 140.000 und 180.000 U$S angesetzt hatte.

Eine attraktive Geschichte

Besonders interessant ist die Geschichte hinter der Prägung. Im Jahr 217 v. Chr., während der Herrschaft des Usurpators Macrino, wurde das Kolosseum vom Blitz getroffen und so stark beschädigt, dass es nicht mehr benutzt werden konnte. Die Römer interpretierten diese Tatsache als schlechtes Omen für diesen Kaiser, der nach der Ermordung seines Vorgängers Caracalla kürzlich den Thron bestiegen hatte. Die Prophezeiung erfüllte sich bald, denn Macrino wurde nach nur 14 Monaten Regierungszeit getötet. Die Dynastie seines Vorgängers kehrte mit Heliogabalus an die Macht zurück, in dessen kurzer und widersprüchlicher Regierungszeit die Restaurierung des Amphitheaters nicht abgeschlossen werden konnte. Sie wurde unter der friedlicheren Herrschaft von Alexander Severus (222 – 233 n. Chr.) abgeschlossen und für Propagandazwecke genutzt. Zum Gedenken an dieses Ereignis wurde eine Reihe von Münzen mit unterschiedlichen Nennwerten geprägt, und daraus entstand die goldene Auktion.

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