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Münzmetalle & Legierungen Drucken E-Mail

Das älteste bekannte Münzmetall ist das Elektron. Es besteht aus einer in der Natur vorkommenden Mischung aus Gold und Silber. Bereits im 7. Jh. v.Chr. läßt sich die Verwendung zur Herstellung von Schmuck nachweisen. Eine weitere, sehr beliebte Münzlegierung war die Bronze - eine Mischung aus Kupfer und Zinn. Reine Metalle wie Gold und Silber jedoch, waren und sind wegen ihrer hohen Wertigkeit und der leichten Verarbeitung die beliebtesten Metalle zur Münzherstellung.

Am Ende der Spätantike und zu Anfang des Mittelalters kam ein weiteres Metall zur Münzherstellung dazu – das Kupfer. Es dominierte aber weiterhin das Silber. Man bezeichnete diese Silberstücke mit dem bereits aus der Antike bekannten Begriff „Denar“.Mit Beginn der Neuzeit folgten größere Münztypen wie der Taler und die Silbergulden. Alle Münzen hatten jedoch eines gemein: Ihr Wert entsprach immer der Menge des Edelmetalls, das zur Herstellung verwendet wurde.

Mit Beginn der Prägung von Scheidemünzen mußte das Prinzip (Materialwert = Nominalwert) aufgegeben werden – eine Ausprägung von Kleinstmünzen aus Edelmetallen wäre zu kostspielig gewesen. Darum veränderte man das Münzmetall und experimentierte mit geringhaltigen Silberlegierungen. Diese Entwicklung führte zu den „schlechten“ Münzen der Kipper- und Wipperzeit. Auf deren Höhepunkt erschienen ausschließlich noch Münzen in Kupfer.

Heutige Münzen sind fast ausschließlich Scheidemünzen. Reine Gold- und Silbermünzen findet man nur noch im Bereich der Gedenkprägungen und Sammlereditionen.

Eine Übersicht über die Münzmetalle und Legierungen finden Sie nachfolgend.

Metall / Legierung

chemisches Zeichen

Beschreibung

Aluminium

Al
(Alumen)

sehr leichtes, weiches, silbrig glänzendes Münzmetall, das in reiner Form wegen der schnellen Abnutzung für die Münzprägung weniger gut geeignet. Durch Legierung, zum Beispiel mit Kupfer, versucht man seine technischen Eigenschaften zu verbessern.

Aluminium-Bronze


 

Aluminium-Bronze besteht aus 90% bis 95% Kupfer und 5% bis10 % Aluminium. Teilweise sind aber noch Spuren von Mangan zu finden.

Blei

Pb
(Plumbum)

Als Münzmetall ist Blei viel zu weich und luftfeuchte-reaktiv, daher wird es heute nicht mehr verwendet. Münzfälscher allerdings benutzten in früheren Zeiten Blei, aufgrund seines hohen Gewichtes, um Gold-Münzen zu fälschen. Für Abschläge (Probeprägungen) wird es wegen seiner leichten Verformbarkeit heute noch verwendet.

Billon

 
Silberlegierung mit einem Feingehalt unter 50%. Zahlreiche Antiken und viele Silberstücke der Kipper und Wipperzeit bestanden aus Billon. Durch "Weißsieden" verlieh man den "minderwertigen" Münzen den Anschein eines höheren Silbergehalts. Münzen aus Billon bitte niemals in einem Silbertauchbad "reinigen".

Bronze

 
Eine Legierung aus Kupfer und Zinn im schwankendem Zinnanteil von 3 bis 20 Prozent. Es zeichnet sich durch seine besondere Härte aus. Bronze war in China die erste in großen Mengen zur Münzherstellung verwendete Legierung. Heutzutage prägt man in vielen Ländern Münzen aus Aluminiumbronze.

Chrom

Cr
(Chromium)

Chrom ist ein sehr hartes und glänzendes Metall, das nur als Bestandteil einer Legierung Verwendung findet.

Eisen 

Fe
(Ferrum)

Als Ersatz für Bronze wurde Eisen schon in der Antike als Münzmetall verwendet.Wegen der schnellen Korrosion wurde aber nur in Notzeiten darauf zurückgegriffen.

Elektron 

 
Eine natürlich vorkommende Legierung aus Gold und Silber in wechselnder Zusammensetzung. Viele antike Münzen bestehen aus diesem Material.

Gold 

Au
auch
Av
(Aurum)

Goldringe waren schon vor Jahrtausenden bei den Pharaonen in Ägypten Zahlungsmittel. Der libysche König Krösus prägte als erster Goldmünzen. In Barren oder Münzen ist es bis heute eins der am meisten geschätzten Metalle. Es wird zumeist in Legierung mit Kupfer, Silber, Nickel oder Palladium verarbeitet. Je höher der Reingehalt, desto weicher ist das Gold.
Die früher üblichen Angaben in Karat werden heutzutage auch durch Prozent- oder Promille-Angaben ersetzt:

Karat

Promille

Prozent

4 Karat

125 ‰

12,50%

6 Karat

250 ‰

25,00%

8 Karat

333 ⅓ ‰

33,33%

12 Karat

500 ‰

50,00%

14 Karat

583 ⅓ ‰

58,33%

18 Karat

750 ‰

75,00%

20 Karat

833 ⅓ ‰

83,33%

21 Karat

875 ‰

87,50%

22 Karat

916 ⅔ ‰

91,66%

23 Karat

958 ⅓ ‰

95,83%

24 Karat

999 ‰

99,99%

 

Metall / Legierung

chemisches Zeichen

Beschreibung

Kupfer 

Cu
(Cuprum)

Kupfer wird wegen seiner hervorragenden Legierungseigenschaften fast ausschließlich zur Prägung von Umlaufmünzen verwendet. Es ist neben Gold und Silber das am häufigsten verwendete Münzmetall.

Magnimat 


 

Dreischichten-Werkstoff aus dem z. B. die 2 und 5 Mark Münzen der Bundesrepublik Deutschland bestanden - ein Reinnickelkern umgeben von zwei Hälften einer Kupfer-Nickel-Legierung. Wichtigster Unterschied zur Kupfer-Nickel-Legierung ist, daß die Münzen mit Nickelkern magnetisch sind.

Messing


 

Diese Kupferlegierung besteht aus 55% bis 90% Kupfer und Zink. Im Münzwesen wird meist, um der Münze eine größere Abriebsfestigkeit zu verleihen eine spezielle Messinglegierung verwendet.. In diesem Spezialmessing sind unter anderem auch Spuren von Nickel, Zinn und Aluminium.

Neusilber 


 

Legierung ohne Edelmetall aus 40% bis 60% Kupfer, 20% bis 40% Zink und 10% bis 20% Nickel. Es ist sehr gut zur Münzherstellung geeignet.

Nickel 

Ni
(Nickel)

Wegen der Nickelallergie einiger Menschen, sind reine Nickelmünzen - wie das 25 Pfg Stück der Kaiserzeit - selten. Es ist aber ein beliebtes Metall in Legierungen mit Kupfer.

Nordisches Gold


 

Als Nordisches Gold bezeichnet man eine moderne Legierung, die zu 89% aus Kupfer, zu je 5% aus Aluminium und Zink und  zu 1% aus Zinn besteht. Die goldgelbe Farbe kommt von diesen Metallbeimischungen und begründete ihren nobel klingenden Namen. Die neuen Euro-Münzen zu 10, 20 und 50 Cent werden aus Nordischem Gold hergestellt, da man auf das allergieauslösende Nickel verzichten wollte.

Palladium 

Pd
(Palladium)

Nur wenige Länder verwenden bisher das zur Gruppe der Platinmetalle gehörende Palladium. Dank seines niedrigen spezifischen Gewichts sind Münzen aus Palladium nur etwas schwerer als Silber.

Platin 

Pt
(Platinum)

Der Name kommt aus dem spanischen „platina" und bedeutet Silberchen. Von 1828 bis 1845 prägte Russland als erstes Land 1.4 Millionen Platinmünzen.

Silber 

Ag
(Argentum)

Dies ist eins der am häufigsten verwendeten Münzmetalle. Silber gibt es in verschiedenen Legierungen. Zum Schaden der Münzsammler oxidiert Silber leider auch - langsam, aber stetig. Anfangs verfärbt sich die Münze leicht violett bis hin zu einem schwarzen Farbton. Dieser Belag ist Silberoxyd.

Stahl


 

Stahl ist eine Legierung aus Eisen, Kohlenstoff und anderen Metallen, wird aber aufgrund der Korrosionsanfälligkeit heute nicht mehr zur Münzherstellung verwendet.

Sterlingsilber

 

Silberlegierung aus 92,5% Silber und 7,5% Kupfer. Die 10 € Silbergedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland bestehen aus dieser Legierung.

Titan

Ti
(Titanium)

Titan ist teuer in der Herstellung und wird deshalb nur selten als Münzmetall verwendet. Es ist chemischen Einflüssen gegenüber resistent und vereint viele gute Präge-Eigenschaften.

Tombak


 

Mit dem Messing verwandte Legierung aus Kupfer und Zink mit einem höheren Kupferanteil.

Zink

Zn
(zinkum)

Zink gehört zu den Weichmetallen und korrodiert sehr schnell, was man an schwarzen Verfärbung und an weißen Zinkoxyd Flecken erkennen kann. Deshalb fand dieses Metall meist während Notzeiten oder Kriegen Anwendung bei der Münzprägung.

Zinn 

Sn
(Stannum)

Wegen seiner geringen Härte wurde dieses Metall wenig zum Münzprägen verwendet. Es wird häufig in Legierungen für Münzen verwendet.

Eine Tabelle mit den physikalischen Gewichten der wichtigsten Münz-Metalle und -Legierungen finden Sie HIER

Darüber hinaus bilden Zahlungsmittel aus Steingut, Porzellan, Muscheln, Leder, Holz, Seide, Papier, Glas, Kunststoff, etc  eine Randgruppe, die aber auch ihre Liebhaber hat.

 
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