
| Münzherstellung |
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Seit dem ersten Aufkommen von Münzen im 7. Jahrhundert v. Chr. wurden sie - fast bis in die Neuzeit hinein - auf dieselbe Art und Weise hergestellt.
Schmelzen Münzmetalle wie Kupfer und Nickel werden in einem Hochofen geschmolzen und in Barrenform gegossen.
Walzen Die Barren werden zu Blechen in der Stärke der späteren Münzen gewalzt und anschließend aufgerollt.
Stanzen Anschließend werden kleine Scheiben in der späteren Münzform aus den Blechen gestanzt. Am Ende dieser vorbereitenden Arbeitsgänge steht der sogenannte Schrötling oder Münzrohling.
![]() Rändeln Ggfs. werden die Ronden gerändelt, d. h. mit einer Randschrift/-muster versehen.
Prägen Dieses, meist runde, Metallplättchen gilt und galt es mit einer in der Regel zweiseitigen Prägung zu versehen. Vorder- und Rückseitenbild werden mittels zweier Stempel auf das Metallstück übertragen. Der frei bewegliche Oberstempel wurde dabei früher mit der Hand oder mit einer Zange gehalten - der Unterstempel war fest in einen Amboss eingelassen. Je nach Metall und Münzgröße wurde der Schrötling vor dem Schlag noch einmal erhitzt, oder es wurde kalt geprägt.
Die Arbeit in einer Münzstätte war hart. Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sind uns die Arbeitszeiten bis zu 70 Stunden/Woche überliefert. Lärm, Hitze und Qualm erschwerten die Arbeitsbedingungen in den häufig nicht allzu großen Räumen. Eine Erleichterung trat erst mit der seit der Mitte des 16. Jahrhunderts schrittweise einsetzenden Mechanisierung der Münzprägung ein. Die Massenprägungen des 19. Jahrhunderts ließen sich nur mit leistungsfähigen Maschinen bewerkstelligen. Damit waren schon 60 bis 70 Stücke pro Minute möglich – heutige Hochleistungsmaschinen produzieren in dieser Zeit zwischen 650 und 850 Exemplare!
Prüfen Bei Münzen aus Gold und Silber, deren Wert sich maßgeblich nach Gewicht und dem jeweiligen Feingehalt des Edelmetalls richtete, war häufig eine Prüfung der Stücke im Zahlungsverkehr notwendig. Das Gewicht war schnell und ohne großen Aufwand mit Hilfe einer Waage festzustellen. Die Ermittlung des Feingehaltes dagegen war weitaus schwieriger. Ein damals üblicher Prüfvorgang einer Silbermünze mittels sogenannter Probiernadeln – wie sie aus dem Spanien des frühen 18. Jahrhunderts bekannt sind – lief in etwa folgendermaßen ab: Auf einem speziellen Stein wird mit der Kante des zu prüfenden Silberstückes ein Strich gezogen. Unmittelbar daneben wird eine Nadel abgerieben, deren bekannter Feingehalt in etwa demjenigen entspricht, den die Münze laut entsprechender Prägevorschrift haben soll. Nur durch den bloßen Augenschein oder durch Einsatz von Säuren, welche die beiden Striche entweder gleich oder unterschiedlich reagieren lassen, kann eine erste Einschätzung vorgenommen werden. Durch mehrfaches Wiederholen des Vorgangs mit anderen, in der Legierung fein abgestuften, Nadeln kann der Feingehalt der Münze recht treffend bestimmt werden. Bei Stücken aus unedlen Metallen war die Anwendung dieses Verfahrens natürlich unnötig, hier zählte entweder nur das Gewicht oder das Vertrauen in die Währung. Die Umlaufmünzen aller modernen Währungen sind mittlerweile Kreditmünzen, d. h. ihr jeweiliger Nominalwert liegt weit über ihrem Materialwert. Heute werden beim Prüfvorgang sogenannte Verprägungen aussortiert. |